Die Öl-Eiweiß-Kost nach Dr. Johanna Budwig
Johanna Budwig wurde 1908 geboren und wuchs im Waisenhaus auf. Nach dem Abitur studierte sie in den 30er Jahren Pharmazie, wobei ihr Interesse an der Fettchemie erwachte. Nach dem zweiten Weltkrieg bewarb sich die mittlerweile promierte junge Frau am Insitut für Fettforschung in Münster, um weiter wissenschaftlich zu forschen.
Für Dr. Johanna Budwig hatte ein Fett eine ganz besondere Bedeutung - das Leinöl. Damals machte die talentierte Chemikerin einen gewaltigen Karrieresprung, als ihr als erste Wissenschaftlerin die Trennung der Aplha-Linolensäure (die charakteristische Fettsäure des Leinöls) gelang.
In den 50er Jahre machte sie die Entdeckung, dass Transfettsäuren, die durch die Technik der Fetthärtung in der Margarineherstellung entstehen, Krebs- und Kreislauferkrankungen auslösen oder verschlechtern. Die beruflichen Kosequenzen dieer Entdeckung waren negativer Natur: Der Institutsleitung missfielen die Forschungsergebnisse, die Akademikerin musste das Institut verlassen. Nachdem sich nun auch andere Institute nicht mehr mit derstreitbaren Wissenschaftlerin einlassen wollten, blieb ihr allein der Weg ins Privatgelehrtendasein und die Veröffentlichung der Forschungserkenntnisse auf eigene Kosten. 2003 verstarb sie im Alter von 95 Jahren. Dr. Johanna Budwig hinterlässt uns mit ihren zahlreichen Schriften ein durchdachtes Gesundheitskonzept, das der Gesundheitsvorsorge ebenso wie der Behandlung akuter und chronischer Krankheiten dient.
Die sogenannte Budwig-Diät basiert einerseits auf der Empfehlung, bestimmte Nahrungsmittel zu essen, andererseits auf dem Verbot bestimmter Nahrungsmittel. Besonders empfohlen wird der Verzehr von Leinsamen, kaltgepresstem Leinöl, Quark und Hüttenkäse. Leinsamen enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, insbesondere Linolensäure. Sie war ursprünglich als Diät für Hepatitispatienten gedacht.
Diese spezielle Form einer Krebsdiät ist in der wissenschaftlichen Medizin nicht anerkannt und umstritten.
Aktuelle Forschungen des Tumorwissenschaftlers Johannes Coy zeigen aber, dass unter bestimmten Voraussetzungen (in den Krebszellen muss dann das Enzym
TKTL-1 nachweisbar sein) eine glukose- und kohlenhydratarme sowie Öl- und proteinreiche Ernährung eine medizinische Krebstherapie unterstützen kann.